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Tag: Erotik

Weichgekocht und Zimtfeuer

weichgekocht.jpgEin erotisches Lesebüchlein, das mich vor einigen Wochen wider Erwarten sehr begeistert hatte, war "Weichgekocht", eine Anthologie aus dem Dienstwerk-Verlag. Wieder einmal eine Sammlung von Geschichten, wie ich sie auch schon aus anderen Heften und Büchern kenne, mein Interesse an diesem Buch war sehr gering. Doch ein Freund bekam es geschenkt, war begeistert und lieh es mir sofort aus. Eher genervt begann ich die erste Geschichte zu lesen und musste plötzlich laut lachen. Clever, humorvoll, mit einer witzigen Pointe und doch recht anregend beschrieben. Ob die zweite Geschichte genauso spannend sein würde? Sie war es. Und so fraß ich mich gierig von einer Geschichte zur nächsten, enttäuscht, wie rasch ich das Buch beendet hatte.

Und nun erschien vor ein paar Tagen ein zweiter Band: "Zimtfeuer". Nennt sich wie auch der Vorgänger bereits "ein SM-Lesebuch", doch im Grunde eigentlich eine Sammlung erotischer Geschichten, die auch für Freunde normaler Erotik ein Genuss sein wird. Denn im Grunde sind es prickelnde Geschichten voller Leidenschaft und Erotik, gewürzt mit jeder Menge Humor und Selbstironie. Und sehr, sehr viel Kreativität.

Was mich an anderen Büchern dieses Genres oft stört, sind die Sprache und der Inhalt. Die Sprache in "Weichgekocht" und "Zimtfeuer" jedoch ist allein schon aufgrund der vielen Autoren sehr abwechslungsreich. Fernab von platten Phrasen, wie man sie sonst häufig liest (Luststab, Lustgrotte, Lustsaft, praller Stab, mächtiges Glied und ähnlich dämliche Bezeichnungen, bei denen ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll) gelingt es den AutorInnen, beim Leser das Lustzentrum DORT anzusprechen, wo es eigentlich sitzt: nicht irgendwo zwischen den Beinen, sondern direkt im Gehirn.

Und der Inhalt - in vielen Büchern fehlt er oder ist klischeebeladen ohne Ende. Graues Mäuschen trifft reichen Schönling, sie dürfen einander nicht besitzen, es funkt gewaltig, es gibt ein paar Hindernisse, et voila erst sexelt es, und dann sind sie zusammen. Hier dagegen war ich oftmals von dem Einfallsreichtum der AutorInnen begeistert. Witzige Wendungen, clevere Varianten und spannende Handlungsabläufe, deren Ende nicht unbedingt vorhersehbar ist. Selbst, wenn manche der Geschichten nur eine oder zwei Seiten lang sind, bauen sie in sich selbst eine Spannung auf und ziehen den Leser in ihren Bann.

Und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Gut, wer die reine Blümchenvariante unter der Bettdecke ohne Licht bevorzugt, sollte vielleicht doch die Finger davonlassen. Doch für jeden, der es gerne abwechslungsreich liebt, ist etwas dabei. Teilweise etwas heftigere Varianten mit Dominanz und Unterwerfung, aber auch sinnlich-verliebte Abenteuer. Sogar der Bereich Fetisch kommt nicht zu kurz: welcher Mann mag es denn nicht, wenn eine Frau ihre Beine in glänzendes Nylon verpackt und hübsche Schuhe trägt? Und welche Frau liebt es nicht, mit dem Reiz, welchen sie auf die Männer darin ausübt, zu spielen? Auch geheimnisvolle Kurzgeschichten gibt es, die fast schon in den Bereich Dark Fantasy passen könnten. Traurige und nachdenkliche Erzählungen, die von Tod oder Behinderung handeln und den Leser bewegen, das Thema Sexualität von einer völlig neuen Seite zu betrachten.

Manchmal gehen die AutorInnen auch noch einen kleinen Tick weiter: es gibt Geschichten, von denen sich manche tatsächlich so abspielen könnten. Doch es gibt auch prickelnde Phantasien, die man gerne nachwirken lässt, wohlwissend, dass sie reines Kopfkino bleiben werden.

Und was ebenfalls gefällt: diese Geschichten sind realistisch gehalten. Während man in diesen klassischen Liebesromanen sich in eine allzu unrealistische Heldin hineinversetzen muss und von einem Prinzen träumt, wie man ihn eh niemals haben wird, sind diese Erzählungen aus dem Leben gegriffen. Sie malen keine unerreichbaren Luftschlösser, sondern sie zeigen, dass Pannen kein Drama sind und Fehler dazugehören. Dass Liebe und Sex nicht perfekt sein müssen. Sie zeigen den LeserInnen: auch Du kannst Lust daran haben, wenn Du es nur zulässt. Und wenn Du bereit bist, zu lernen und manchmal auch über Dich selbst zu lachen ...

****************

Zu gerne würde ich einzelne Geschichten hier erzählen. Doch ich begnüge mich damit, Euch ein wenig den Mund wässrig zu machen. Ihr sollt schließlich selbst einmal hineinlesen. Deswegen zum Abschluss anstelle des Fazit einfach ein paar Anreize zu einigen Geschichten, die mir besondesr gefielen ;-)

zimtfeuer.jpgDa gibt es zum Beispiel den Dom, der sich wohl etwas überschätzt hat und dann vor einer völlig unerwarteten Situation steht. Oder den Mann, der seine Traumfrau gefunden hat und feststellen muss, dass Perfektion gar nicht so erstrebenswert ist. Eine Frau, die bei einem Blind Date von ihrem Partner versetzt wird und dann eine überraschende Begegnung mit dessen Nachbar verlebt. Die Schriftstellerin, in deren neuem Anwesen es nicht mit rechten Dingen zugeht. Das Callgirl, das zum Rollenspiel gerufen wird und dort einem recht widerwilligen Kunden gegenübersteht.

Erowyinn 28.12.2009, 14.27 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Immer mehr von meinem früheren Lieblingsgenre

Früher als Fan von Vampirbüchern tat ich mir schwer, und als großer Anhänger von Werwölfen und Gestaltwandlern war es NOCH schwerer. Inzwischen allerdings wird man mit Neuerscheinungen ja quasi totgeprügelt in den Buchhandlungen. Manchmal ist das fast wie ein Overflow. Ich kaufe gar nicht mehr, sondern hole bei Tauschticket, was mir gerade in die Finger fällt. Wenn es gefällt, dann überlege ich einen Kauf ...

eines dieser Bücher ist "Leopardenblut" von Nalini Singh. Eine neue Autorin für mich. Ein Buch um eine Mediale (Menschen in der Zukunft, die den Staat ohne Emotionen rein objektiv lenken sollen) und einen Gestaltwandler Leopard. Sie entflammt in Emotion (böse, böse, das darf sie sich nicht anmerken lassen), und ihm wird ganz heiß. Ich schätze, es geht wohl mehr in Richtung Erotik als in Richtung Gestaltwandler. Aber das macht nichts, das lese ich ja auch gern. Mal sehen, ob es mir gefallen wird. Die ersten 30 Seite haben sich sehr schnell überfliegen lassen ... ich hoffe, es wird mehr wert sein als nur überflogen zu werden ;-)

Erowyinn 22.09.2009, 18.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Unten Rum

haarmann_untenrum_150.jpg"Ein Aufklärungsbuch von Frauen für Frauen". Braucht es nicht, denn die Frau von heute ist stark, selbstbewusst, emanzipiert. Sie ist gesellschaftlich angesehen, sie ist sexuell aufgeschlossen und weiß was sie will. Ein Aufklärungsbuch ist da doch völlig fehl am Platz!

Sollte man meinen. Aber dass dem nicht so ist, zeigt Claudia Haarmann mit ihrem Buch "Unten rum - die Scham ist nicht vorbei". Es beginnt bereits damit, dass es doch kaum einen Begriff für das weibliche Geschlechtsteil gibt. Das eine klingt zu fachlich, unerotisch. Das nächste kennt man aus amerikanischen Filmen voller Flüche und unanständiger Szenen. Aber gibt es eines, welches die Schönheit und die Weiblichkeit der Frau unterstreicht? Eines, welches man im Gespräch ganz normal aussprechen kann ohne rot zu werden? Oder, kann man überhaupt über "das da unten" reden, ohne dabei rot zu werden? Oder ist es tabu? Weiß eine Frau, wie sie "dort" aussieht, hat sich schon einmal im Spiegel betrachtet? Und falls ja - kennt sie es nur vom Waschen, Rasieren und Tamponwechseln, oder wirklich als erogene Zone, als weibliches Zentrum? Kennt ihre lustvollsten und empfindlichsten Stellen, weiß, wie sie am zärtlichsten erregt werden kann, was ihr beim Sex gefällt? Und wenn sie es weiß - getraut sie sich auch, dies dem Mann zu sagen?

Das Fernsehen lebt es vor: Mann und Frau haben Sex, und beide kommen gleichzeitig. Die Frau kommt natürlich alleine durch seine Penetration auch ohne weiteres Zutun ihrerseits. Sie braucht dafür nicht besonders lange, und sie sieht wunderschön aus, während sie stöhnt und das volle Haar zurückwirft.

Und dann ist da die Realität. Die Frau, die vielleicht nur durch eine ganz bestimmte Technik Lust empfinden kann. Die Frau, die mindestens eine dreiviertel Stunde oder länger braucht. Die Frau, für die Sex einfach nur bedeutet, "ihn ranzulassen", die selbst aber nichts dabei empfindet. Und weil der Mann ja alles tut, was der Mann eben so tut, um eine Frau zu befriedigen, muss es also an ihr liegen wenn sie keinen Spaß dabei hat. Sie schämt sich, sie fühlt sich schlecht. Wie kann sie ihm sagen, dass sie es gerne anders hätte, wenn er sich doch solche Mühe gibt? Also spielt sie es ihm vor. Und der Kreislauf ist geschlossen, denn im Grunde ist es heute kaum anders als damals, zu Großmutters Zeiten und davor ...

Dieses Buch bietet keine Anleitungen, keine Bilder. Es befasst sich weder mit dem G-Punkt noch anderen anatomischen Besonderheiten. Es sagt nicht, was falsch oder richtig ist, es bietet keine Spielpläne und Beschreibungen, wie man beim Sex vorgehen sollte und was eine Frau erregt. Sondern es zeigt in kurzen Texten und einzelnen Interviews, wie Frauen ihre Sexualität empfinden, wie sie ihre Einstellung ändern könnten, was sie bedauern, was sie erfreut. Denn es gibt kein falsch oder richtig. Jede Frau ist anders. Und dies will Claudia Haarmann ihren Lesern vermitteln.

Die Autorin zeigt, wie unterschiedlich Sexualität erlebt werden kann und wie verschieden Frauen ihre Lust empfinden. Sie möchte helfen, das weibliche Geschlecht nicht mehr als Mittel zum Zweck zu betrachten, sondern sich bewusst damit auseinanderzusetzen und auf diese Weise zu einem neuen Selbstbewusstsein als Frau zu gelangen.

Ob und wiesehr sich jede Leserin darin wiederfindet, möchte ich dahinstellen. Natürlich würde ich niemandem hier sagen "lies das, ich bin sicher, Du brauchst das", wie könnte ich mir das anmaßen. Aber ich bin mir dennoch sicher, dass so ziemlich jede Frau unzählige Aha-Erlebnisse haben wird, wenn sie sich einmal damit befasst. "Unten rum" ist kein Buch, mit dem man besseren Sex hat oder wodurch man neue grandiose Techniken lernt. Aber es ist ein Buch, welches Weiblichkeit, Sexualität und das individuelle Frausein hinterfragt. Und als solches möchte ich es allen Leserinnen (und auch aufgschlossenen Lesern) ans Herz legen: als Denkanstoß ...

Erowyinn 03.06.2009, 09.57 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Da unten

Ein weiteres Buch, das ich aktuell lese: "Unten rum" von Claudia Haarmann. Ein "Aufklärungsbuch von Frauen für Frauen". Man sollte meinen, dass es solch ein Buch heutzutage nicht mehr braucht, aber beim Lesen habe ich sehr viele Aha-Erlebnisse, und ich muss traurig feststellen, dass sich zu damals gar nicht so viel geändert hat ... damals, als Großmutter noch ans Vaterland dachte und es geschehen ließ ... mal sehen, ob ich Zeit und Lust für eine Rezension haben, aber ich werde mich bemühen. Denn dieses Buch möchte ich vielen Frauen wirklich ans Herz legen ...

ich lese es derzeit in kleinen Dosen. In der U-Bahn mit neugierigen Blicken auf Cover oder Inhalt möchte ich es nicht lesen, und schnell mal zwischendurch zu Hause ist es ebenfalls ungeeignet. Also lese ich in Ruhe abends vor dem Schlafengehen ein paar Zeilen. Es ist absolut simpel zu lesen, aber der Inhalt dagegen braucht, bis er sich setzt ... auf positive Weise ...

Erowyinn 20.05.2009, 10.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Scharfe Krallen

mouette_krallen_150_1.jpgFelicia arbeitet in einem Heim für Wildkatzen, und die Gelder für die Einrichtung sind knapp. Eine wichtige Wohltätigkeitsveranstaltung soll geplant werden, um weitere Spenden für den Erhalt der Station zu sammeln. Da taucht zu allem Überfluss auch noch Gabe auf, der alles inspizieren und Mängel aufdecken soll. Und zeitgleich beginnen Sabotageakte, welche die Katzen gefährden, das Gebäude zerstören, die anstehenden Feierlichkeiten verderben und das Heim ruinieren sollen. Felicia und ihre Kollegen versuchen alles, den Übeltäter ausfindig zu machen, und Gabe hilft. Aber ist er ein Freund, oder ist womöglich er derjenige, der notfalls mit unlauteren Tricks das "Shelter" schließen soll? Warum muss Felicia sich gerade in ihn verlieben, sie hat doch schon genug Probleme! Aber die Gefühle brodeln, der Körper verlangt nach Erfüllung, und der Leser erhofft und erhält jede Menge heißer Szenen ...

Was hier schon auffällt: wow, klingt nach einer wirklich interessanten Handlung. Und das ist es auch. Einer der wenigen erotischen Romane, die mich alleine schon wegen des Geschehens "drumrum" rasch weiterlesen ließen. Den Leser erwartet selbstverständlich kein hochkomplexer Krimi, aber man wird rasch in den Ablauf der Ereignisse hineingezogen. Man ist stiller Mitwisser, der auch hinter die Kulissen blickt. So wird das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven geschildert, so etwa der Felicias, Gabes, der Chefin des Katzenheimes, einer Spenderin, eines jungen Mitarbeiters sowie einige mehr. Dies führt nicht wie häufig in anderen Romanen zu anfänglichen Verwirrungen, sondern ist ein geeigneter Schachzug der Autorin, das Buch mit ein wenig Humor zu würzen. Denn so macht sich natürlich ein Charakter seine Gedanken über die anderen Beteiligten, und es ist einfach witzig zu lesen, wiesehr sich Realität und Vermutung manchmal widersprechen oder wie nahe sie doch beieinander liegen. Ja, so wäre es im realen Leben manchmal recht nett: zu gerne wüsste man, wer hinter der biederen älteren Dame steckt, und ob die eigene Chefin tatsächlich so knochentrocken und kontrollsüchtig ist, wie man sich insgeheim denkt ...

Die Erotik kommt trotz der Handlung nicht zu kurz, im Gegenteil. Von der ersten bis zur letzten Seite ein Genuss. Die Sprache ist dem Genre und Inhalt angemessen, ohne den Lesefluss zu stören, und es gibt jede Menge Abwechslung für Liebhaber unterschiedlicher Phantasien. So gibt es mehrfach eine Menage a trois zwischen den Kollegen, auch zwei Frauen kommen gemeinsam auf ihre Kosten, gewöhnlicher Sex zwischen zwei attraktiven Partnern darf nicht fehlen, und eine der Damen praktiziert im stillen Kämmerlein ein wenig Dominanz an ihrem Sklaven und zieht ohne das Wissen der anderen die Fäden über Wohl und Wehe der Einrichtung. Von allem etwas, ohne dass es unausgegoren oder halbherzig wirkt, dadurch hat dieser Roman mich sehr begeistert.

Doch, wer mal einen erotischen Roman genießen möchte, ist bei "scharfe Krallen" absolut richtig! Genau die perfekte Mischung aus Handlung und Lust, eine ordentliche Portion Witz und ein guter Lesefluss. Alles, was es für eine anregende Unterhaltung braucht ...

Erowyinn 13.08.2008, 10.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Spiel nach meinen Regeln

belle_spielregeln_150_1.jpgValentina ist eine Femme Fatale, die Männer liegen ihr zu Füßen, und sie genießt es, sie wie dressierte Hündchen nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Sie ist schlank, supersexy und weiß um ihre Vorzüge. Chrissy ist ein Mauerblümchen, eine Beziehung nach der anderen läuft schief, Männer sehen in ihr nur eine billige Gelegenheit, und sie sehnt sich nach dem Mann ihrer Träume. Sie ist pummelig, klein und weiß einfach nicht, was sie tun soll.

Die beiden sind beste Freundinnen. Nach außen hin zumindest. Doch im Grunde hassen sie sich gegenseitig. Valentina blickt herablassend und genervt auf Chrissy, ärgert sich über deren lästiges Gequake und kann es einfach nicht leiden, ständig als Beraterin für sie zu fungieren. Deswegen lässt sie Chrissy manchmal so richtig auflaufen. Und Chrissy hasst es, von Valentina bevormundet zu werden, sie hasst es, wie ihre "Freundin" sie immer wieder mit den dämlichsten Typen verkuppeln will und ihr immer wieder die guten Männer wegschnappt.
Dann taucht Michael auf und verbringt eine heiße Nacht mit Chrissy, die ihr Glück kaum fassen kann. Auch Valentina kann nicht glauben, was das Pummelchen ihr erzählt, und sie macht sich ans Werk, den attraktiven jungen Geschäftsmann für sich zu gewinnen. Wäre doch gelacht! Und tatsächlich ist sie erfolgreich. Ohne allerdings zu ahnen, dass Michael eigentlich auf Dinge steht, die Valentina niemals tun würde. Ein Machtkampf zwischen den zwei dominierenden Partnern entsteht, während Chrissy mit Michaels Familie eine Bootstour unternimmt und so langsam erfährt, welche Vorlieben ihr Angebeteter, sein Vater, dessen Frau und deren Schwester so teilen.

Hm, nun habe ich recht viel Zeit mit der Inhaltsangabe verbracht, die Rezi selbst wird vermutlich kürzer. Aber ich finde die Charas und die Handlung einfach witzig. Okay, es ist ein erotischer Roman, und die Sprache ist entsprechend auch manchmal ganz schön deftig. Die Handlung kann man auch schon im Voraus erahnen, dafür müsste man den Roman gar nicht wirklich lesen.

A-haaaaber, was mich daran begeisterte: es ist einfach zu köstlich, ein und dasselbe Ereignis einmal aus Valentinas und dann aus Chrissys Sicht zu lesen. Außerdem sind die beiden wie Feuer und Wasser, geben der Handlung ganz schön Zündstoff. Der Leser ist eigentlich auf Chrissys Seite, denn Valentina ist einfach nur unfair und gemein. Doch manchmal stellt auch Chrissy sich wirklich dämlich an, man möchte sie einfach nur am Kragen packen und fragen, ob sie noch alle Sinne beieinander hat, ihr sagen, dass sie endlich einmal ihr Leben selbst in die Hand nehmen soll.

Die Vorliebe der Familie ... nun, Michaels Vater beschwor einen Skandal titels "der Poklatscher-Major" herauf, und darauf lässt sich der erotische Part des Buches dann auch reduzieren. Chrissy mit ihrem saftigen Hinterteil gefällt Michael und Vater eben doch besser als die dürre Valentina, die nichts aushält. Chrissy ist ganz schön verwundert, als sie mit dem Dreierteam Vater, Ehefrau u deren Schwester aufbricht. Denn die Damen folgen jedem Befehl des Herren, haben Spaß an der Lust und genießen den Schmerz, wenn sie übers Knie gelegt werden. Schon eine schräge Familie, muss Chrissy feststellen. Und auch Valentina ist schockiert, wozu Michael sie immer wieder bewegen möchte und dass er ihr im Gegensatz zu den anderen Männern so gar nicht gehorchen will, sondern ihr statt dessen auch noch sagt, was SIE für IHN zu tun hätte!

Ach, köstlich. Nicht wirklich von Niveau oder Belang, und anfangs auch noch ein paar Seiten bis zum Einstieg in das Buch, aber danach eine unterhaltsame Lektüre mit einigen (wenn auch unfreiwilligen) Lachern. Nichts, das man gelesen haben muss. Aber wer mal einen erotischen Roman mit etwas anderer Spielart lesen will ... oder sich für Spanking und Analspiele (kommt nur her, Ihr Suchmaschinen!) interessiert ... oder einfach nur den sinnlosen Kampf zwischen zwei recht unreifen jungen Frauen mitverfolgen möchte, der verbringt mit "Spiel nach meinen Regeln" ein paar witzige Stunden.

Erowyinn 09.07.2008, 10.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Club Noir

jones_clubnoir_150_1.jpgJesse muss für einige Wochen nach Brüssel, um dort die Ausstellung eines aufstrebenden jungen Künstlers zu leiten. Sie ist wenig begeistert von diesem Auftrag, und an ihrem ersten Abend schlendert sie vom Hotel in die Stadt und verliert sich im Club Noir. Seltsame Gäste treiben sich dort herum, und noch ungewöhnlichere Dinge sieht sie, als sich der männliche, starke Louis an sie wendet und auf sein Zimmer nimmt. Sie vermag sich nicht gegen ihn zu wehren, doch da kommt ihr bereits Andrew zur Hilfe und begleitet sie nach Hause. Und ins Zimmer. Und verschwindet wieder vor dem nächsten Morgen. Doch Jesse kann ihn nicht vergessen, und bald trifft sie ihn wieder. Immer mehr verliebt sie sich ihn ihn. Ohne jedoch zu ahnen, was der Leser eigentlich vom ersten Moment an weiß: der Club Noir ist ein Vampirclub, Louis ein mächtiger Vampir und Andrew der mächtigste und älteste und somit Leiter des Clubs. Auch er hat sich in Jesse verliebt, doch wie sollen ein Mensch und ein Vampir gegen all diese Widerstände zusammenfinden?

Och joh, der Roman hat mir sehr gut gefallen. Er ist aufgrund der nur wenigen Seiten sehr schnell gelesen und unterhält in dieser Zeit wirklich bestens. Erotik hat er einiges zu bieten, Vampirfans werden auch bedient. Ich gebe zu, dass ich jetzt einiges bekritteln könnte, etwa ... ach, who cares ... es soll unterhalten, ein wenig anregen und Spaß machen. Und das tut es, ganz sicher, auf der Liste meines Lieblingsgenres Vampire auf jeden Fall ein weiteres prima Buch :-)

Erowyinn 16.06.2008, 14.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Netz der Lust

madden_netz_150_1.jpgChristian und Imogen sind ein Paar. Kennengelernt haben sie sich durch ihre perfekt zueinander passenden Vorlieben: er zeigt sich gerne. Und sie sieht gerne zu. Die beiden sind tagsüber in der gleichen Firma, abends ist Christian noch in einem anderen Job unterwegs. Imogen surft währenddessen mit einem Fake im Interet. Sie nennt sich Christian, gibt sich als schwul aus und stellt sich vor, wie sie ihren Freund quasi an andere Männer verkauft. Der Onlinesex ist für sie wie Zusehen. Als sie allerdings auf DarkKnight trifft, wird es kritisch, denn dieser will bald mehr als nur chatten: er will mit ihr / ihm telefonieren, sich dann sogar treffen. Da Imogen und Christian sehr aufgeschlossen sind, erklärt er sich für seine Freundin bereit, sich darauf einzulassen und als schwuler Sub vor dem echten DarkKnight zu zeigen. Doch sie ahnen nicht, dass sie ihn bereits real kennen! Und dann gäbe es noch Lorne, die sympathische Lesbe, die sich zu Imogen hingezogen fühlt. Und diese bekommt langsam Angst, dass ihr Freund vielleicht mehr Gefallen an Männern und dem Spiel finden könnte, als ihr lieb ist ...

Imogen - ein ungewöhnlicher Name, wie ich finde - ist sympathisch, eine normale junge Frau mit ungewöhnlichen Vorlieben. Aber wie sie diese beschreibt, das ist einfach klasse und hat mich einige Male zum Schmunzeln gebracht. Und, seien wir doch alle einmal ehrlich: wer würde, wenn er die Chance hätte, nicht gerne zusehen, wenn eine tolle Show geboten wird? Im Laufe des Buches hat die Protagonistin das Glück, diese Situationen nicht einmal suchen zu müssen, sondern stolpert wie zufällig darüber. Im Kino, im Kaufhaus, in der Stadt.

Auch die anderen Figuren wachsen dem Leser schnell ans Herz. Was sie alle so liebenswert macht: ihre Aufgeschlossenheit und ungestümen Art, mit der sie ihre Sexualität ausleben.

Eigentlich ist es egal, was in diesem Buch ausgeübt wird. Es ist ein bisschen von allem. Eine Menge schwul, ein bisschen lesbisch, hier und da mal ein wenig Bondage, Schmerzen und Dominanz, und jede Menge Beobachtungen aus einem sicheren Versteck. Aber die Bezeichnungen sind einfach egal, es wird nicht mit Begriffen um sichi geworfen und wie in anderen Büchern versucht, den Inhalt in ein Schema oder für eine Zielgruppe zu pressen. Es wird einfach getan / geguckt, was Spaß macht, locker und ohne Hemmungen. Kein Zeigefinger, der immer wieder mahnt "brav sein, verhüten, und nur was beiden gefällt". Und trotzdem ist jedem Leser klar, dass diese Regeln eingehalten werden, denn trotz des vielen Sex in diesem Buch, wirkt er irgendwie auch brav und unschuldig. Ich sehe Imogen regelrecht vor mir und bin sicher, dass sie große Kulleraugen und einen süßen kleinen Schmollmund hat. Am Ende wird ihr eine Standpauke gehalten, wiesehr sie mit ihrem Auftritt im Internet jemanden hätte verletzten können, und wie leicht das alles ins Auge hätte gehen können ...

Trotz aller Offenheit ist das Buch eines nicht: billig, vulgär oder pervers. Es geht ordentlich zur Sache, und die Handlung selbst käme mit nur wenigen Seiten aus, doch trotzdem wirkt dieses Buch weder schmierig noch eklig. Der Schreibstil ist locker, entspannt udn fröhlich, nicht einmal die in anderen Büchern unvermeidlichen Begriffe konnte ich beim Lesen entdecken. Und das, obwohl es manchmal heftig zur Sache geht! Naja, zumindest in der Phantasie des Lesers, denn der Akt an sich bleibt meist ungenannt, beschrieben werden das Ambiente drumrum, die Personen und Gedanken. Wer was wo einführt und wie laut jemand stöhnt, nein, auf so etwas verzichtet dieser Roman zum Glück. Was der Leser sich dabei jedoch alles vorstellt ... na, das bleibt ihm selbst überlassen ;-)

Ich würde das Buch gerne als billigen Schund, als Porno einfach wieder zur Seite legen und vergessen. Denn wie bereits erwähnt geht es um quasi nichts anderes als Sex, Sex, Sex. Die Handlung ist wirklich dünn gesät. Andererseits aber HAT das Buch eine Handlung, zwar wenig anspruchsvoll und sehr geradlinig, aber immerhin auch spannend, witzig und mitreißend. Egal, wieviel Sex es gibt, gleitet die Autorin trotzdem nicht in eine Vulgärsprache ab, sondern lässt ihren Text angenehm lesbar.

Ich fand das Buch wirklich klasse, und ich bin sicher, dass es auch vielen anderen - hauptsächlich weiblichen - Lesern so ergehen wird. So viele süße Jungs, kernigen Männer und spannenden Beobachtungen bekommt man wirklich nur selten in dieser ansprechenden Form geboten ...

Absolut zu empfehlen. Nicht gerade das Top-Buch, dafür fehlt dann doch etwas der Tiefgang. Aber als lockere Unterhaltung mit Schmunzelfaktor und einer Menge erotischer Momente auf jeden Fall nur zu empfehlen ...

Erowyinn 02.05.2008, 18.38 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Untot lebt sich´s auch ganz gut

davidson_untot04_150_1.jpgWie ich auch schon über die ersten drei Bände der Vampire geschrieben habe, möchte ich nun auch kurz noch den vierten Teil vorstellen, wenn auch nicht mehr ganz so ausführlich, schließlich sollt Ihr ja beim ersten Teil beginnen, die Folgebände ergeben sich dann von selbst ;-)

Betsy hat nun also Nostro und die böse Monica getötet, einen Job bekommen und wieder verloren, ihre Schwester kennengelernt, einer Bande jugendlicher Vampirdiebe Einhalt geboten, Sinclair zu einer Hochzeit überredet, den Wildfang George gezähmt, von ihrem baldigen neuen Geschwisterlein erfahren sowie viele weiteren spannenden Abenteuer erlebt. All das in nur einem knappen Jahr. Aber natürlich kann sich der Leser sicher sein, dass es ebenso turbulent weitergehen wird. Denn ein Serienkiller treibt sein Unwesen in Minnesota, und Betsy passt genau in sein Opferprofil. Dann wäre da noch John von den Blade Warriors, der ihre näher auf die Pelle rückt, als dies ihrem Bald-Ehegatten Sinclair lieb ist. Ihre Stiefmutter freut sich, einen hervorragenden Babysitter für den kleinenplärrenden Jon Peter gefunden zu haben. Vampirälteste Marjori bittet sie in ihrer Funktion als Königin um ein paar regelmässige Zeilen für den Vampirnewsletter. Und Betsy würde sich am liebsten ein Messer in den Körper rammen, und endlich einmal auch ein physisches Problem zu haben ...

Jaaaaa, köstlich. Liest sich ebenso flüssig wie die anderen drei Romane, und ich hatte ihn viel, viel schneller durch, als mir das lieb war. Diese Bücher sind einfach viel zu kurz und erscheinen in viel zu langen Abständen. Der nächste ist noch nicht einmal angekündigt in Deutschland, und das, obwohl der fünfte Band in Amerika im Mai letzten Jahres erschien und die Autorin schon den siebten vollendet hat! *grml* ...

Was ich schade finde: wie auch der zweite Band habe ich das unkonkrete Gefühl, dass die Handlung zusehr dahindümpelt. Der erste und dritte Band waren ziemlich geradlinig mit einem Hauptthema und vielen Nebensträngen. Im zweiten und vierten Band ist der jeweilige Hauptstrang (die Vampirmörder bzw der Serienkiller) eher Nebensache. Die Autorin verliert sich manchmal im Gestrüpp der vielen einzelnen Themen. Es ist auch jede Menge, was los ist. Aber ich habe mir vorgenommen, die Bücher nicht mehr direkt als "Roman" anzusehen, sondern vielmehr als eine Art witziger Vampirtussen-Soap im Buchformat. Das trifft es eher, und damit kann ich mich auch sehr gut zufriedengeben.

Dafür aber etwas, das mir besonders gefällt: die Idee des Buches, das "Buch im Buch" ... na, Ihr werdet schon sehen ;-) *hihi*

Tscha, was kann ich sagen: wer die ersten Bände las, sollte unbedingt weiterlesen, Betsy ist frech, sexy und unwiderstehlich zickig wie eh und je. Wer sie noch nicht kennt, sollte schleunigst nochmal die >Rezi zum ersten Teil< lesen und sich dann sofort auf in die nächste Buchhandlung machen ;-)

Erowyinn 21.04.2008, 09.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Happy Hour in der Unterwelt

davidson_untot03_150.jpgDen ersten Teil der Buchreihe um die Vampirkönigin Betsy, "Weiblich, ledig, untot", habe ich ja >bereits vorgestellt<. Der zweite Teil war ebenfalls klasse, allerdings hat die Handlung selbst mich nicht sosehr begeistert, es zog sich stellenweise ein wenig in die Länge. Nun endlich kam der dritte Teil in die Läden. Keiner meiner Läden hatte ihn, täglich klapperte ich sie ab, täglich nervte ich sie mit derselben Frage, ständig bekam ich dieselbe unbefriedigende Antwort, also ließ ich mir mal wieder vom Monopolisten im Internet helfen. Und durfte also endlich, endlich den dritten Band lesen. Was mich nicht wirklich zufriedenstellt, denn der vierte wird erst im April erscheinen :(

Betsy ist nun also schon seit einigen Monaten ein Vampir und wohnt mit ihrer Freundin, ihrem Gemahl (laut Tradition, Betsy wurde ja nicht gefragt, sondern einfach hintergangen) und ein paar Leuten in einem großen Anwesen. Die Blade Warriors sind besiegt, der Job im Schuhladen wurde gekündigt, das Scratch (eine Bar) schreibt rote Zahlen. Und dann erfährt Betsy auch noch, dass ihre Stiefmutter ein Kind erwartet! Und dass sie bereits eine lebende Halbschwester hat. Die eigentlich die Tochter des Teufels ist und bald die Weltherrschaft an sich reißen soll. Betsy will mehr darüber erfahren und begeht in ihrem Eifer einen riesigen Fehler. Ihre Freunde wenden sich ab, ihr König und Gemahl will nichts mehr von ihr wissen. Betsy ist ganz auf sich alleine gestellt. Wem soll sie von ihren Problemen erzählen? Und wer kann ihr helfen, den ganzen Schlamassel wieder geradezubügeln? Ach ja, und da ist ja noch die teuflische Halbschwester ...

Klasse, einfach klasse! Leider ist das Buch etwas arg dünn geraten: gerade einmal 220 Seiten. Und da die Kapitel oft nur drei bis fünf Seiten sind, gibt es auch sehr viele fast leere Seiten, sodass man eigentlich von 180 bis 200 Seiten Lesestoff ausgehen kann. Aber lieber etwas kürzer und knackiger als zu langgezogen, ich will mal nicht meckern ;-)

Allerdings ist der dritte Band wirklich ganz, ganz "harter Stoff". Während Betsy und ihre Freundin Jess ja schon DAS Zickengespann schlechthin sind, kommt nun die Überdosis. Denn die kleine Schwester stellt sie alle in den Schatten. So ganz in einem Zug ist das ohne Sodbrennen kaum zu verdauen, puh ...

Naja, aber was soll ich noch groß schreiben. Es ist bei einem Buch wie diesem klar, dass sich alles irgendwie wieder geradebiegt. Aber der Weg dahin ist einfach einzigartig zu lesen, und wer auf Vampire steht ... oder wer es gerne zickig mag ... oder einen Sinn für schrägen schwarzen Humor hat ... oder gerne Bücher mit ein wenig humorvoller Erotik (jau, das ist möglich) liest ... der sollte sich auch den dritten Band um Betsy Taylor nicht entgehen lassen!

Erowyinn 25.02.2008, 09.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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